Donnerstag, 19.10.2017
 
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Die Projektile steckten fest


Die Fensterfolie PROFILON hat bei dem Attentat in Oslo offenbar viele Menschen gerettet. (Bericht des Magazins FOCUS)

Bevor Anders Breivik am 22. Juli auf die Insel Utoya fuhr und 69 Teilnehmer eines Ferienlagers erschoss, deponierte der rechtsradikale Attentäter 950 Kilogramm des Sprengstoffs ANFO im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt Oslo. Um 15 Uhr und 26 Minuten ging die Ladung hoch. Acht Menschen starben.

Dass es acht waren und nicht wesentlich mehr, zog bald nach dem Attentat einige Überlegungen Nach sich. Denn eine knappe Tonne des Ammoniumnitrat-Öl-Gemischs ANFO, das im Bergbau in 25-Kilogramm-Säcken angeliefert und auch eher in diesen Dosen eingesetzt wird, besitzt eine gewaltige Sprengkraft. Tatsächlich muss nun möglicherweise das eine oder andere der getroffenen Bürohäuser abgerissen werden. Doch alle acht Todesopfer hielten sich im Freien oder im Erdgeschoss auf. "Dass in den Stockwerken niemand starb", sagt Jan Egedahl, Sicherheitschef im norwegischen Justizministerium, "lag an der Folie, mit der das Fensterglas überzogen war. Sie hat Leben gerettet."

Die ferienbedingt geringe Menschenzahl in den Regierungsgebäuden und die Tatsache, dass Breiviks Bombenauto über einem Hohlraum stand, der viel von der Wucht aufnahm, galten bisher als Gründe für den verhältnismäßig geringen Blutzoll in Oslo. Wenn aber Fensterscheiben bersten – und das war im Regierungsviertel hundertfach der Fall -, sterben sonst auch Menschen, die die Druckwelle überlebt hätten. "Glas ist bei einer solch heftigen Explosion wahnsinnig gefährlich", sagt Egedahl. Die Splitter verwandelten sich durch den Druck "zu Projektilen. Sie können die Leute regelrecht erschießen."

Die Folie, von der der norwegische Sicherheitsmann spricht, ist ein weltweit an vielen neuralgischen Orten angebrachter Überzug, der simple Fenster zu Verbundsicherheitsgläsern machen soll. In Oslo stammte er aus deutscher Herstellung, von einer Firma namens Haverkamp in Münster. 3000 Quadratmeter ließ die norwegische Regierung in den Jahren 2008 bis 2010 anbringen. Die einige hunderttausend Euro hohe Investition scheint sich bewährt zu haben. Auf Fotos der Verwüstungen, die Breiviks Bombe anrichtete, lassen sich zahlreiche zerstörte Fenster erkennen. Viele sind aus der Verankerung gerissen, das Glas ist gebrochen, aber es steckt noch im Rahmen. Egedahl: "Die Installation der Folien war eine Lebensversicherung."

Die Herstellerfirma wirbt bereits mit den Erfahrungen in Oslo, hat Bilder und Daten in ihre neue Produktpräsentation für die Folie Profilon ER 1 eingebaut. Den Anschlag auf ein US-Regierungsgebäude in Oklahoma City 1995, als 168 Menschen ums Leben kamen, stellt sie als furchtbaren Gegenbeispiel dar.

Ohne seine Verschwiegenheitspflicht verletzen zu wollen, versichert Haverkamp-Geschäftsführer Ulrich Weynell, die Bundesrepublik sei kein schlechter Kunde. "Entscheidungsträger sind die Bundes- und die Landeskriminalämter und das Auswärtige Amt" – Letzteres für Deutschlands Vertretungen im Ausland.

Ein FOCUS BERICHT von Clemens Bomsdorf/Kurt-Martin Mayer


Bildtexte:

Minuten danach Breiviks Bombe hat einen Straßenzug verwüstet. Rettungskräfte kümmern sich um Verletzte auf der Straße, erste Ermittler untersuchen die Trümmer

Vierlagig verstärkt

Durch die Beschichtung mit dem vierlagigen Kunststoff entsteht ein Verbund zwischen Glas und Folie.

In genormten Versuchen müssen derartige Folien ihre "Sprengwirkungs-" und ihre "Durchwurfhemmung" unter Beweis stellen (rechts ein Firmenfoto von einem solchen Versuch).



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